Europäische Gewerkschaften kritisieren Spardiktat

Europäische Gewerkschaften kritisieren Spardiktat

 industriAll-Europe-Konferenz in Wien: Tarifvertragssysteme sichern Beschäftigung

Obwohl die Wirtschaftskrise die Beschäftigten in der Industrie europaweit besonders hart getroffen hat, zeigt die Konferenz, wie stabile Tarifvertragssysteme Gewerkschaften in die Lage versetzt haben, Beschäftigung zu sichern und somit zu einer funktionierenden Industrie beizutragen. Dies ist eine der Kernbotschaften von Bart Samyn, dem stellvertretenden Generalsekretär von industriAll Europe, auf der heutigen Tarif- und Sozialpolitischen Konferenz in Wien. Über 200 hochrangige gewerkschaftliche Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger kommen auf dieser Konferenz zusammen, um die Folgen der Wirtschaftskrise und der europäischen Anti-Krisen-Politik für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die europäischen Tarifverhandlungssysteme zu diskutieren. Die Konferenz wird aufzeigen, dass Tarifverträge eine wichtige Säule der Arbeitsbeziehungen in Europa darstellen und damit auch einen entscheidenden Beitrag zu einem sozialen Europa leisten.

„Die unheilige Allianz aus Europäischer Kommission,  EZB und IWF hat eine verheehrende Sparpolitik in den Ländern vorangetrieben, die sowieso schon am härtesten von der Krise getroffen waren. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, gute Arbeit und angemessene Löhne zu fördern, um die Binnennachfrage zu stimulieren, wurden diese Länder in eine Abwärtsspirale gezwungen, die zu Prekarität und Armut führt“, so Bart Samyn. „Die europäischen Gewerkschaften lehnen diese anti-soziale Politik von Troika und Europäischer Kommission ab. Wir fordern eine neue soziale Offensive für Europa.“

„Unser Ziel ist eine Europäische Union mit guten Arbeitsbedingungen für alle, für junge und ältere Menschen, für Frauen und Männer sowie für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger genauso wie für Migrantinnen und Migranten“, stellt Manfred Anderle, Bundessekretär der PRO-GE Österreich und Vorsitzender des Tarif- und Sozialpolitischen Ausschusses von industriAll Europe, klar. „Europa braucht mehr Solidarität und mehr Gerechtigkeit. Es ist unser Job als Gewerkschaften, diese Solidarität zu organisieren. Darin haben wir über 100 Jahre Erfahrung, und ich zweifle nicht daran, dass wir noch viel erreichen können“, fügt er hinzu.

Die wichtigsten Themen der Konferenz sind gesellschaftliche Herausforderungen wie Jugendarbeitslosigkeit, demographischer Wandel, prekäre Arbeit und Tarifbindung. Auch wird über gewerkschaftliche Perspektiven zur Zukunft der Arbeit, basierend auf Solidarität und Gerechtigkeit, diskutiert.

IndustriAll European Trade Union vertritt 7,1 Mio. Beschäftigte der Fertigungs-, Chemie-, Bergbau- und Energieindustrie auf europäischer Ebene. PRO-GE ist die größte ArbeiterInnengewerkschaft Österreichs. Sie vertritt  230.000 Beschäftigte und verhandelt über 140 Kollektivverträge in einer Vielzahl von Sektoren.