Neue BR Dienstzeiten ab September 2021

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Liebe Kollegin,

lieber Kollege,

ab September 2021 haben Alina und Anton neue Dienstzeiten.

Das letzte Jahr hat gezeigt, dass wir unsere Zeiten des Öfteren besser abstimmen und verändern müssen. Deshalb bitten wir dich, wenn möglich, vor einem Besuch im BR-Büro anzurufen, damit sicher jemand für Dein Anliegen Zeit hat.

Spitzenmedizin auf Kosten der Beschäftigten

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Hans Jürgen Taschner, Betriebsratsvorsitzender bei den Barmherzigen Brüdern © Hilbert, AK Stmk

Artikel der AKStmk

Bis zur maximalen Auslastung aller Betten wurden Patientinnen und Patienten am Höhepunkt der Corona-Pandemie im Krankenhaus behandelt. Ein Betriebsratsvorsitzender berichtet über Unsicherheit und Ängste, über Loyalität zum Dienstgeber und über Wünsche für die Zukunft.

Auf die erste Welle der Corona-Pandemie war das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Graz schlecht vorbereitet, erinnert sich Hans Jürgen Taschner. Der Betriebsratsvorsitzende vertritt 700 Beschäftigte, die in den Fachbereichen Innere Medizin, Chirurgie und Gynäkologie arbeiten. Insgesamt gibt es knapp 240 Betten, neun davon auf der Intensivstation.

Wenig Schutz- und Hygienematerial

Die ersten Wochen der Pandemie waren geprägt durch den großen Mangel an Schutz- und Hygienematerial, sagt Taschner. Versprochene Lieferungen blieben aus, in der hauseigenen Apotheke in der Annenstraße wurde rasch eine Produktion von Desinfektionsmitteln aufgezogen. Die Stimmung der Beschäftigten war geprägt durch Unsicherheit und Ängste, weil das Wissen über das neue Virus fehlte.

Mehrarbeit und Dauerbelastung

Das Krankenhaus hat acht Intensivbetten für Covid-Patientinnen und Patienten reserviert gehabt. Zwei Normalstationen wurden aufgelöst und das Personal auf die Intensivstation verlegt. Zeitenweise kam aufgrund von Erkrankungen und Absonderungen von Beschäftigten zu Problemen, die Dienste zu besetzen. Taschner: „Es gab viel Mehrarbeit und es kam häufig zu sehr kurzfristigen Dienstplanäderungen.“ Wegen des Berufsethos und der „großen Loyalität zum Dienstgeber“ nahmen die Beschäftigten diese „Dauerbelastung über fast eineinhalb Jahre“ in Kauf.

80 Prozent Frauenanteil

Der Frauenanteil bei den Barmherzigen Brüdern liegt bei 80 Prozent, fast die Hälfte der Frauen arbeitet Teilzeit, viele haben betreuungspflichtige Kinder, sagt Taschner: „Wo es nur ging wurde auf Homeschooling oder Quarantäne nach Coronafällen Rücksicht genommen.“ Das wurde von den Beschäftigten honoriert. In einer Befragung vom heurigen Frühjahr wurde den Vorgesetzten ein gutes Feedback gegeben für die Rücksichtnahme auf familiäre Verpflichtungen.

Bessere Personalberechnung

Was könne man mitnehmen aus dieser Zeit? Taschner drängt darauf, die Personalberechnung anzupassen: „Es gibt zwei neue Flaschenhälse, die berücksichtigt werden müssen. Zum einen steigt der gesamte Aufwand durch die kurzen Aufenthalte, zum anderen nehmen demente Erkrankungen und damit der Pflegebedarf zu.“ Taschner macht sich für eine bundesweite einheitliche und transparente Regelung stark, denn derzeit wird die „von der Politik begrüßte Spitzenmedizin im Land auf Kosten der Beschäftigten“ aufrechterhalten.

BR Umfrage Arbeitsorganisation 

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BR Umfrage Arbeitsorganisation  Im Februar 2021 wollten wir von euch wissen, wie die Arbeitsorganisation in den Betrieben aussieht. 595 BetriebsrätInnen haben auf unsere Fragen geantwortet. Hier die wichtigsten Ergebnisse. 

Der Arbeitsalltag der KollegInnen ist vor allem von drei Themen gekennzeichnet:  
zu wenig Personal
zu wenig Zeit
zu hohe Belastung  

Der – auch aber nicht nur – durch die Covid19-Pandemie bedingte Personalmangel führt zu einem Zeitmangel. Arbeit von erkrankten, quarantänisierten oder im schlimmsten Fall gekündigten KollegInnen muss übernommen werden. Bei einer ohnehin schon knappen Personaldecke führt das zu immens hohem Arbeitsdruck.

Gleichzeitig zeigte sich aber auch: Solidarität innerhalb der Belegschaft wird in dieser schwierigen Phase großgeschrieben.

In einigen Betrieben kommt es zu einer bedenklichen Verflechtung von Arbeitszeit und Freizeit. Jede/r vierte Betriebsrat/rätin gibt an, dass die Beschäftigten auch in der Freizeit ständig an die Arbeit denken. Vor allem in Betrieben mit einer wenig befriedigenden Führungskultur ist das der Fall.

Bei der Führungskultur ist generell noch „Luft nach oben“. Ein Viertel der Führungskräfte unterstützt die KollegInnen nie (2 %) oder selten (23 %). Ein Viertel der Führungskräfte achtet keineswegs (10 %) oder eher nicht (17 %) auf eine gerechte Verteilung der Arbeit. Ein  Viertel der Führungskräfte  (27 %) achtet selten oder nie darauf, dass die Arbeit innerhalb der dafür veranschlagten Zeit erledigt werden kann.

Dass zukünftig Büroflächen eingespart werden, ist vor allem im Finance-Bereich ein wichtiges Thema. Hier geben drei Viertel der BetriebsrätInnen an, dass in Zukunft weniger Fläche zur Verfügung stehen wird.

Nähere Analysen (z.B. nach Branchen) findest du in diesem Bericht. 
 
Ein Artikel von Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA